Im antiken Griechenland erwägt der berühmte Gesetzgeber Solon, eine Ehepflicht einzuführen.
Im Athen unter Perikles werden unverheiratete Männer von öffentlichen
Ämtern ausgeschlossen; ledige und kinderlose Männer wurden in Sparta
verachtet.
1804: Der »Code Civil« sieht nicht nur die Gleichheit vor dem Gesetz und
die Eigentumsfreiheit vor; als »Code Napoleon« stellt er auch die so
genannte Zivilehe unter besonderen Schutz.
EINE KURZE GESCHICHTE DER EHE
So heiratete Mann vor tausenden von Jahren.
etwa 990 v. Chr.:
Im antiken Griechenland entwickelt sich der Prototyp der heutigen Ehe:
Am Tag der Hochzeit wird die Braut mit einem Fackelzug zum Festessen
geholt; dann kommt es – vor einer lärmenden Menschenmenge – zum
»Vollzug«.
Nun ist die Ehe offiziell, das Paar erhält Geschenke.
Später erwägen die Griechen die Ehepflicht; unverheiratete Männer
werden ganz von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen; ledige und
kinderlose Männer werden verachtet.
12. Jahrhundert:
Im Mittelalter ist die Ehe vor allem etwas für die oberen 10 000.
Mittels »Muntehe« wird die Frau dem Mann übergeben – so ein Zitat aus
Schwaben: »Wenn eine freie Schwäbin einen Schwaben ehelicht, so muss er
ihr sieben Handschuhe geben; mit diesen gibt er sieben Gelöbnisse.
Nun nimmt ihr Vormund die Frau und ein Schwert und einen goldenen
Fingerring und einen Pfennig und einen Mantel und steckt einen Hut auf
das Schwert und den Fingerring und den Schwertgriff und übergibt sie dem
Mann und spricht: »So empfängt er sie und habe sie ihn.
«
15. Jahrhundert:
Trauungen sind Pflicht; sie dürfen nur von Priestern vorgenommen werden.
Wer ohne kirchlichen Segen miteinander lebt, so eine Anordnung der
Abtei St. Peter, soll »des Gebietes verwiesen und bestraft werden«.
Schon 1530 leistet Luther Widerstand: »Es kann ja niemand leugnen, dass
die Ehe ein äußerlich, weltlich Ding ist, wie Kleider und Speise, Haus
und Hof weltlicher Oberheit unterworfen.
« In Folge dessen wird die kirchliche Trauung staatlich vorgeschrieben – das Gegenteil dessen, was Luther eigentlich wollte.
18. und 19. Jahrhundert:
1792 wird die Ziviltrauung im Zuge der Revolution in Frankreich Gesetz.
1848 setzt sie sich auch in Deutschland durch – »Die
Religionsverschiedenheit ist kein bürgerliches Ehehindernis«, beschließt
die Paulskirchenversammlung.
Seit 1876 sind in Deutschland Standesbeamte für die Beurkundung
zuständig; kein Geistlicher darf eine kirchliche vor einer
zivilrechtlichen Trauung vornehmen.
20. Jahrhundert bis heute:
Heiraten wird immer feierlicher – und die Superlative überschlagen sich.
Eine der aufwändigsten Hochzeiten des 20. Jahrhunderts findet am 12. Februar 1951 in Teheran statt.
Mohammed Reza Pahlewi heiratet die 19-jährige Soraya.
Für Feste pflegt der Schah zehntausende Singvögel zu importieren, lässt
dutzende Staatsgäste einfliegen und Chateau Lafite Rothschild 1945 aus
Magnumflaschen servieren.
Das Magazin Forbes zählt später die Hochzeit von Liza Minelli und David
Gest (geschätzte Kosten: 3,5 Millionen Dollar) zur teuersten der Welt –
und die von Paul Cartney und Heather Mills (3 Millionen), womit
bewiesen wäre, dass Geld allein noch keine gute Ehe macht.

