
Lesen Sie folgenden Text in nur neunzig Sekunden – und erfahren Sie alles, was Sie schon immer übers Heiraten wissen wollten (und sich nie zu fragen trauten).
Um beim Smalltalk mit der Schwiegermutter zu punkten, müssen Sie erst einmal wissen, woher der Begriff »Ehe« überhaupt stammt.
Also: Das Wort kommt aus dem Altdeutschen.
Weil im Mittelalter noch alles seine Ordnung hatte und eine Ehe lebenslänglich hielt, leitete man das Wort dafür vom Begriff für ordentlich, gesetzlich und für ewig, von »Ewa« ab.
Per Definition ist damit bis heute eine Lebensgemeinschaft gemeint, die auf Geben und Nehmen beruht – was in der Tat ganz brachial, also wirtschaftlich gemeint ist (»Gütergemeinschaft« heißt das im BGB; etwas poetischer »Morgengabe« im Islam).
Wenn Sie nicht gerade als polygam veranlagter Mormone in Utah wohnen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Gemeinschaft auch bei Ihnen aus zwei Personen bestehen, aus Mann und Frau.
Sie beginnt mit der Heirat beim Standesamt und in der Kirche (Geburtsurkunde und Taufschein nicht vergessen!), denn selbstverständlich ist die Ehe heilig.
Immerhin geht aus ihr oft das Schönste überhaupt hervor: ein neuer Mensch.
Kritik am Prinzip der Lebenslänglichkeit kam übrigens vom spanischen Dichter Cervantes.
Der wollte die Ehe auf drei Jahre befristen, mit Möglichkeit zur Verlängerung.
Besinnt man sich auf den Ursprung des Wortes (und der Idee), ist dieser Vorschlag eher unangebracht.
Traurige Wahrheit ist aber auch, dass mindestens 35 Prozent der Ehen in Deutschland wieder geschieden werden.
Schade: Viele Paare leben heute eheähnlich, aber ohne Trauschein – in der Schweiz heißt das »Konkubinat«, in Deutschland oft noch »wilde Ehe«.
Eigentlich unverständlich, gehört die eine Ehe begründende Hochzeit doch zu den schönsten Bräuchen überhaupt – in sämtlichen Kulturen.
Außerdem belegen Studien, dass Verheiratete wesentlich mehr Sex haben als Singles – allen weit verbreiteten Annahmen zum Trotz.
Das durchschnittliche Ehe-Eintrittsalter lediger deutscher Männer liegt derzeit übrigens bei 32,6 Jahren, das der Frauen bei 29,6.
Anders als im Altdeutschen (»Ewa«, wir erinnern uns) halten andere Sprachen in Bezug auf die Ehe noch ein paar Überraschung parat: Im Spanischen ist der Begriff für Ehefrau mit dem für Handschellen identisch (»las esposas«) – und die russische Sprache kennt das gleiche Wort für Ehe wie für Fehler (»opak«), was im Russischen Quell vieler Witze ist, aber sicher wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat.

